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Pfingststaffel 2016, Chapelle-des-Bois (F)

Posted by  MartinaK  Mai 16, 2016

Ramon: Ein regnerischer Tag im Jura eröffnete unser Weekend, doch wir machten uns trotzdem auf, im nahegelegenen Wald ein Training durchzuführen. Ein kniffliges Gelände und eine etwas alte Karte erschwerten manche Routenwahlen zusätzlich. Zurückgekehrt in unserer trockenen Herberge, dem Maison Montagnon, wurde geduscht und anschliessend ein mehrgängiges Abendessen genossen. Dann begann die Pfingststaffel.

Ueli: Die Pfingststaffel (PfiSta) ist seit Urzeiten fester Bestandteil des Schweizer OL-Kalender. Die erste PfiSta ist 1962 ausgetragen worden, 1969 lief man zum ersten Mal auf einer OL-Karte (vorher auf Landeskarten 1:25'000) und 1974 habe ich mein Debut auf der Karte Les Breuleux gegeben. Diese Karte habe ich "ausgegraben" und zum Fotoalbum hinzugefügt. Interessant zu sehen, was sich in den letzten vierzig Jahren im OL-Sport getan hat. 

pfista-zelte.jpg

Der Charakter der PfiSta ist über die Jahre hinweg aber geblieben:

- Jura-Gelände

- minimale Infrastruktur (das WKZ befindet sich irgendwo auf einer Jurawiese)

- kein Wasser (das müssen die Klubs selber mitbringen)

- Übernachtung im Zelt (die meisten, nicht alle tun sich das an ;-)

- die Kälte (das Wettkampfgelände befindet sich 1000 ..1200 m.ü.M.)

In diesem Jahr hat thurgorienta das Pfingstweekend im Jura geplant und die PfiSta miteinbezogen. Zwei Teams konnte Tino anmelden, die Zusammensetzung ist bis zum Schluss geheim geblieben. Jedenfalls hat er die endgültige Aufstellung erst nach dem ersten Training am Samstag Nachmittag festgelegt (Selektionslauf?).

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So sind dann Urs Wegmüller und Simon Monai (1. Nachtstrecke) sowie Corsin und Ueli für die 2. Nachtstrecke am späten Abend losgezogen, um sich in das Abenteuer zu stürzen. Pünktlich um 21.00 Uhr ist die PfiSta 2016 gestartet worden. Die Daten für die erste Strecke haben einiges versprochen: 9.5km und 190m Steigung und das bei Nacht! Nun, sie haben nicht zuviel versprochen; Urs und Simon hatten nach rund zwei Stunden und 15 Minuten Laufzeit nicht nur müde Beine, sie konnten auch viel erzählen. Merke: OL-Legenden werden in den Nachtstrecken geschrieben (alte OL-Weisheit). Corsin und ich hatten somit das "Vergnügen" im Massenstart auf die zweite Nachtstrecke geschickt zu werden. Ich muss leider zugeben, dass ich mich darauf nicht richtig eingestellt hatte (schleche Vorbereitung). Ich konnte mich dann auch nicht entscheiden, ob ich besser in einem Tram laufen soll, oder ob ich es alleine wagen könnte. Ein Tram ist, wenn es gut funktioniert, immer schneller als ein Einzelläufer. Aber woher weiss ich, ob es ein "gutes" Tram ist. Jedenfalls hat unsere Selbsthilfegruppe bei zwei Posten praktisch jeden Stein gekehrt, bis der verfl** Posten endlich zum Vorschein gekommen ist. Logisch brauchen solche Aktionen einfach ihre Zeit! Aber man ist ja nicht allein und man hat Licht.

Da nach dem Mittagstraining einige Mitglieder schon etwas müde gewesen sind, habe ich nicht damit gerechnet, dass nach Mitternacht noch so viele thurgorienta Leute vor Ort sind, um uns Nachtläufer anzufeuern. Das war toll. Und merci Elias, dass du extra für mich ein Bier kaltgestellt hast ;-)

Mit etwas wenig Schlaf (ich hätte etwas schneller laufen können - selber Schuld) und immer noch schweren Beinen bin ich dann mit Nadine und Martina am morgen früh wieder los ins WKZ. Die beiden sind auf die 3. Strecke gestartet. Dort dann die typische PfiSta Ambiance: schönes sonniges Wetter, aber kalt (2°C in der Nacht) und immer weht ein Wind. Nur langsam wird es wärmer.

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Die ersten Läufer der Tagstrecken starten mit dem Rückstand aus der Nacht und jeder oder jede wird mehr oder weniger lautstark angefeuert. Jenachdem wieviele Klubmitglieder schon wach sind. Die thurgorienta Crew ist noch vor der Ablösung der vierten Strecke vollständig im WKZ eingetroffen und alle nachfolgenden Abwechslungen konnten beklatscht und bejubelt werden: Nadine-Andrin-Ramon-Susanne und Martina-Margrit-Sebi-Tino. Es ist immer ein Spurt zwischen dem Zuschauerposten und dem Ziel gewesen, um möglichst viele Klubmitglieder anzuspornen. Das hat aber immerhin für Bewegung gesorgt und regt den Kreislauf an, denn auch wenn die Sonne scheint ist es immer noch recht kühl.

Für die letzte Strecke reicht es unseren Teams nur knapp nicht und so starten Elias und Corsin (zum Zweiten) erneut im Massenstart. Die siebte Strecke ist wiederum etwas "Nahrhaftes": 10.6km und 240m Steigung. Unter zwei Stunden schaffen das nur wenige. Mit Corsin und Elias haben wir aber zwei OL-Läufer, die solche Strecken kennen und auch im Griff haben.

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Die PfiSta 2016 ist bereits Geschichte, das Wetter hat sich von seiner besseren Seite gezeigt, die Stimmung bei thurgorienta ist toll gewesen und das OL-Gelände hat nicht enttäuscht - im Gegenteil. Es ist super gewesen!

Ramon: Diejenigen, die noch nicht genug Kilometer abgespult hatten, konnten sich am Nachmittag auf eigene Faust mit dem Pfista-Gelände OL-technisch vergnügen. Als wir danach in unser Unterkunft wieder angekommen waren, wurde Ping-Pong gespielt, die Bahnen der Staffel  besprochen oder in der häuslichen Sauna den abgekämpften Muskeln eine Erholung gegönnt. Am nächsten Morgen wurde auch schon wieder gepackt und teils sogar wieder auf den Heimweg gegangen. Der andere Teil lief aber noch mal ein OL im schon bekannten Wald, der immer interessantere Seiten zeigte. Staufrei kam jeder müde nach Hause und hatte drei OL-reiche Tage im Jura hinter sich.

Bilder und Videos (von Manu und Ueli) vom ganzen Clubweekend im Jura gibt es auf flickr.com